Language:
English
Pages:
1 Online-Ressource (11 Seiten)
DDC:
301
Keywords:
Bericht
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biocultural diversity
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indigenous languages
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human-environment relations
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agrobiodiversity
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social movements
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digital activism
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Mexico
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Latin America
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final report
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Biokulturelle Diversität
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Mensch-Umwelt-Beziehung
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Indigene Sprachen
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Agrobiodiversität
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Soziale Bewegungen
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Digitaler Aktivismus
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Mexiko
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Latein Amerika
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Abschlussbericht
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Soziologie und Anthropologie
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Soziale Interaktion
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Das Sozialverhalten beeinflussende Faktoren
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Personengruppen
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Kultur und Institutionen
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Landwirtschaft und verwandte Bereiche
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Südamerikanische Indianersprachen
Abstract:
Situated in the transdisciplinary research field of biocultural diversity (Maffi 2005), the project investigated indigenous people’s struggle to maintain local agrobiodiversity and the indigenous language in the Yucatan Peninsula, Mexico.
In Yucatan, the everyday practice of Maya speakers has played a central role in maintaining biocultural diversity. The continued practice of traditional agriculture has sustained local agro-biodiversity, conserving maize landraces in situ. At the same time, the Yucatec Maya language has been transmitted from generation to generation through socialization practices in family and community life. However, the two forms of diversity – agrobiological and linguistic – are currently under threat owing to the increasing tendency to turn away from traditional milpa agriculture and the shift from Yucatec Maya to Spanish in daily language use. In view of the homogenizing pressure on local biocultural diversity, there are several Yucatec Mayan initiatives to maintain indigenous grains and language.
The project identified three main areas in which indigenous people in Yucatan engage in biocultural diversity conservation: (i) everyday practices in the rural habitus, (ii) trade fairs for native seeds, and (iii) digital activism. Onsite and digital ethnography with Yucatec Maya speakers demonstrated how these heterogeneous spheres become connected to form an assemblage (Ong and Collier 2005) to resist the pressure imposed on the Yucatec Mayan way of life. Trade fairs for native seeds and digital activism are initiatives nurtured in the rural habitus but expanding beyond its limits, disseminating values of biocultural diversity conservation to wider audiences. While the rural habitus for biocultural diversity conservation is increasingly jeopardized, trade fairs for native seeds and digital activism are emanative social movements for the cause that engage many stakeholders beyond the local communities. In the face of homogenizing impacts of economic globalization, Yucatec Mayan endeavors at maintaining agrobiodiversity and the autochthonous language can be considered an indigenous proposal of an alternative future that counterposes the current “homogenocene” (Eriksen 2021) causing a loss of diversity in multiple dimensions.
Abstract:
Dieses Projekt, das im transdisziplinären Forschungsfeld der biokulturellen Diversität (Maffi 2005) zu verorten ist, untersuchte indigene Auseinandersetzungen mit dem Erhalt der Agrobiodiversität und der autochthonen Sprache auf der Halbinsel Yukatan, Mexiko.
Auf der Halbinsel Yukatan spielen Alltagspraktiken der yukatekischen Mayasprecher:innen eine zentrale Rolle bei dem Erhalt der lokalen biokulturellen Diversität. Die Sortenvielfalt von Nutzpflanzen, darunter insbesondere Mais, wird durch die traditionelle milpa-Landwirtschaft der mayasprachigen Bevölkerung in situ erhalten. Parallel findet die intergenerationelle Vermittlung der yukatekischen Maya-Sprache als Teil der Kindessozialisation im Familien- und Gemeinschaftsleben statt. Der Erhalt der agrobiologischen und linguistischen Diversität steht jedoch vor einer großen Herausforderung, da sich immer mehr Menschen von der traditionellen Landwirtschaft abkehren und die spanische Sprache für die Sozialisation ihrer Kinder bevorzugen. Angesichts der zunehmenden Bedrohung der lokalen biokulturellen Diversität ist inzwischen ein wachsender Aktivismus der Yukatekischen Maya zu beobachten, der sich für die Bewahrung der lokalen Biodiversität und ihrer Sprache einsetzt.
Das Projekt identifizierte drei Hauptgebiete, in denen die indigene Bevölkerung in Yukatan sich für den Erhalt der biokulturellen Diversität engagiert: (i) Alltagspraktiken im ländlichen Habitus, (ii) Börsen von lokalem Saatgut und (iii) digitaler Aktivismus. Die Feldforschungen mit Sprecher:innen des yukatekischen Maya, die sowohl vor Ort als auch im Internet stattfanden, zeigten, wie sich diese heterogenen Sphären zu einer Assemblage (Ong and Collier 2005) des Widerstands entwickeln, der indigene Lebensweisen gegen den Homogenisierungsdruck zu verteidigen versucht. Saatgut-Börsen und digitaler Aktivismus sind unmittelbar im ländlichen Habitus verwurzelt. Ihre Reichweite geht jedoch über die Grenzen der einzelnen lokalen Gemeinden hinaus. Während der ländliche Habitus als Basis für den Erhalt der biokulturellen Diversität zunehmend zerbröckelt, sind Saatgut-Börsen und digitaler Aktivismus als aktive soziale Bewegungen zu verstehen, die weitere Akteure für das Ziel sensibilisieren und einbeziehen. Angesichts des Homogenisierungsdrucks der ökonomischen Globalisierung, kann die Bestrebung der Yukatekischen Maya für die Bewahrung der Agrobiodiversität und ihrer Sprache als indigener Gegenentwurf zum aktuellen “Homogenozän“ (Eriksen 2021) betrachtet werden, das einen Verlust der Vielfalt in mehreren Dimensionen verursacht.
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-110-18452/35081-5
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